Halswirbel (Vertebrae cervicales)

 

Die Beweglichkeit der Halswirbelsäule ist am größten. Der erste Halswirbel (Atlas) und der zweite Halswirbel (Axis) weichen stark von der Grundform der Halswirbel ab: Dem Atlas fehlen Wirbelkörper und Dornfortsatz. Statt dessen hat er zwei Bögen mit Gelenkflächen für den Axis und das Hinterhauptbein.

Der zweite Halswirbel besitzt einen zahnartigen Fortsatz, über dessen Gelenkvorderfläche Atlas und Axis zusätzlich in gelenkiger Verbindung stehen. Die Halswirbel 3-6 sind einander sehr ähnlich.

Der Wirbelkörper findet seine Fortsetzung nach hinten im Wirbelbogen. Dieser teilt sich in einen vorderen und einen hinteren Abschnitt. Am Übergang dieser beiden Teile wölben sich jeweils nach oben bzw. nach unten ein Gelenkfortsatz, nach oben einer  und ein nach unten gerichteter Gelenkfortsatz vor.

Der Wirbelbogen endet in einem Dornfortsatz  der beim 3.-6. Halswirbel zweigeteilt ist. Zwischen Wirbelbogen und Wirbelkörper befindet sich das Wirbelloch. Es ist bei den Halswirbeln relativ groß. Seitlich befindet sich jeweils ein Querfortsatz, der die gelenkige Verbindung zu den Rippen bildet.

Der 7. Halswirbel unterscheidet sich von den oben genannten durch einen besonders langen Dornfortsatz, der die Haut stark vorwölbt. Dieser Dornfortsatz ist gut zu sehen und zu tasten.

Die Halswirbelsäule kann etwa um 90 Grad nach hinten, um 40 Grad nach vorn und um 35 Grad zur Seite geneigt werden. Die Drehung des Kopfes geschieht vor allem über das Kopfgelenk.
 

1. Halswirbel (Atlas)

Grundsätzlich unterscheidet sich der 1. Halswirbel von den übrigen durch den fehlenden Körper  und dem fehlenden Dornfortsatz . Dafür hat er einen vorderen  und einen hinteren Bogen  Diese vereinigen sich zu einer seitlichen Verdickung , die die Gelenkfläche für den Gelenkfortsatz des Hinterhaupts trägt.
 

2. Halswirbel (Axis)

Der 2. Halswirbel, auch "Dreher" genannt, unterscheidet sich vom 3.-6. Halswirbel durch den Zapfen (Zahn), der aus seinem Wirbelkörper ragt .

Dieser "Zahn" endet mit einer abgerundeten Spitze . An seiner Vorder- und auch an seiner Rückfläche befinden sich statt der Gelenkfortsätze , Gelenkflächen , wobei die hintere etwas kleiner ist.

Die Querfortsätze sind nur schwach ausgebildet. Sie enthalten jeweils ein Loch für die Wirbelschlagader. Wirken die seitlichen Gelenkflächen eher eben, so haben sie dennoch kleine Knorpelauflagerungen, die wichtig für die Gelenke zwischen 1. und 2. Halswirbel sind.

Der Dornfortsatz  des Axis ist kräftig gebaut. Manchmal hat er eine zweigeteilte Spitze. Er wird gebildet aus den beiden zusammentreffenden Wirbelbögen.Diese umschließen gemeinsam mit dem Wirbelkörper , das Wirbelloch.
 

Halsmuskulatur

Die Muskeln des Halses sorgen für den Halt und die Bewegung des Kopfes. Sie spannen die Haut des Halses. Damit unser Kopf nicht nach vorn fällt, sind die Rückenmuskulatur und der obere Teil des Kappenmuskels besonders kräftig ausgebildet, um dieser Schwerkraft entgegen zu wirken.

Der seitliche gerade Kopfmuskel, beugt den Kopf seitwärts. Der vordere gerade Kopfmuskel beugt den Kopf nach vorn. Diese beiden erstrecken sich zwischen dem vorderen Atlasbogen (1. Halswirbel) und den vorderen und seitlichen Begrenzungen des Hinterhauptlochs.

Der größte und der kleine hintere gerade Kopfmuskel strecken den Kopf bzw. ziehen ihn nach hinten. Der große Kopfmuskel liegt zwischen dem Dornfortsatz des zweiten Halswirbels und dem Hinterhauptbein,. der kleine Kopfmuskeln zwischen Atlasbogen und Hinterhauptbein.

Der Kopfwender zieht sich schräg am Hals vom oberen Rand des Brustbeines und Schlüsselbeines  zum Warzenfortsatz des Schläfenbeines hin. Er kann einseitig und zweiseitig eingesetzt werden. Einseitig biegt er die Halswirbelsäule zur gleichen Seite und dreht den Kopf zur Gegenseite. Dabei hebt er das Kinn. Beidseitig hebt er das Kinn, beugt die Halswirbelsäule nach vorn, hebt und hält den Brustkorb.

Der zweibäuchige Muskel hebt das Zungenbein und damit den Kehlkopf nach vorn aufwärts unter den Zungengrund. Damit wird verhindert, dass Speise oder Flüssigkeit in den Kehlkopf geraten können.

Der Brustbeinzungenbeinmuskel fährt nach jedem Schlucken Zungenbein und Kehlkopf in ihre normale Lage zurück.

Die drei Treppenmuskeln , die relativ kräftig sind, halten die Halswirbelsäule und neigen sie. Gleichzeitig heben sie die Rippen bei der Einatmung.

  

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