Die Muskulatur spielt in unserem Körper eine große Rolle. Ohne die Muskulatur würde wir in uns zusammenfallen und viele innere Organe könnten gar nicht funktionieren.

Was würden wir z. B. ohne unseren Herzmuskel anfangen? Bei vielen Dingen sind wir uns gar nicht bewusst das es um Muskulatur handelt, weil es so normal ist wie das atmen. Wir atmen einfach ohne groß darüber nachzudenken.

Wir essen und verdauen, wir gehen sitzen und stehen und denken nie daran wieviel Arbeit dabei unsere Muskulatur übernimmt.

Gerade weil wir nie darüber nachdenken und so wenig darüber wissen, kommt es uns bei Schmerzen sehr unwahrscheinlich vor, das sie auch von der Muskulatur verursacht werden.

Wenn wir uns also vor Augen führen wo überall Muskulatur ist und welche Aufgaben sie hat, dann sehen wir erst wie groß die Angriffsfläche ist, die die Muskulatur dem Schmerz bietet.

Angefangen vom Kopf über Halswirbel, Brust und Lendenwirbel,Knie bis hin zu den Füßen.

Darum behandeln wir dieses Thema auch so ausführlich.

Viel Spass bei der Reise zur Muskulatur:

 

 

Glatte Muskulatur

 

Das glatte Muskelgewebe kommt vor allem in den Wänden der Eingeweide vor. Es steht unter dem Einfluss des vegetativen Nervensystems, d.h. die Bewegungen sind nicht willentlich zu beeinflussen. In vielen Organen kann glatte Muskulatur auch durch passive Dehnung erregt werden.

 

Vor allem die Wände von Hohlorganen bestehen aus glattem Muskelgewebe. Dazu gehören der Magen-Darm-Trakt, Geschlechtsorgane, Harnableitende Wege, Blutgefäße usw. Außerdem findet man dieses Gewebe in den Bronchien, am Auge und an Drüsen.

 

Die Zellen des glatten Muskelgewebes sind meist spindelförmig mit einem Kern in der Mitte der Zelle. Ihre Länge liegt bei 25m (1mm=1000m). Ihre Myofibrillen (Eiweißstrukturen) durchziehen die Muskelfasern in Längsrichtung und sind in ganzer Länge gleich. Deshalb sieht die Muskelfaser glatt und nicht quergestreift aus.

 

Glatte Muskulatur zieht sich sehr langsam zusammen, kann aber auch sehr lange in einem bestimmten Spannungszustand verharren. Beispiele hierfür sind die Darmbewegungen für den Transport des Darminhaltes, und die Schließmuskeln zwischen Magen und Zwölffingerdarm.

 

Skelettmuskulatur

 

Die Quergestreifte Muskulatur setzt sich aus verschiedenen Geweben zusammen: Quergestreifte Muskelfasern machen den Hauptanteil aus.

 

Sie bildet die gesamte Skelettmuskulatur, die unsere willkürlichen Bewegungen ermöglicht und an den Reflexen beteiligt ist. Sie hat die Aufgabe, die Knochen des Skelettes gegeneinander zu bewegen. Diese Willkürbewegungen werden durch Erregungen der Hirnrinde veranlasst und gelangen über Nervenbahnen des Rückenmarks und motorische Nerven an die Muskeln.

 

Mehrere Muskelfasern werden durch bindegewebige Fasern zu Bündeln und Muskeln zusammengefasst. Die Muskelfasern selbst sind vielkernige, zylinderförmige Zellen, die bis zu 12 cm lang werden können und eine Dicke von bis zu 100µm (1mm=1000µm) haben können. Ihre Querstreifung ergibt sich durch in den Zellen befindliche Myofibrillen.

 

Die Zellen liegen mit ihren Kernen direkt unter der Oberfläche und zwar mit ihrer Längsachse in Richtung der Fasern. Im Mikroskop sieht man abwechselnd doppelt- und Einfachlichtbrechende Abschnitte. Hier erkennt man, dass die Myofibrillen sich aus dicken und dünnen Myosinfilamenten zusammensetzen. Dickere Filamente werden den doppelt brechenden, dünnere den einfach brechenden Abschnitten zugeordnet.

 

 

 

Sehnen und Bänder

 

Zu den Hilfsorganen der Skelettmuskulatur gehören Sehnen , Muskelfaszien, Sehnenscheiden, Gleitbeutel und Sehnenknorpel.

 

Über Sehnen wird der Muskelzug auf den Knochen übertragen. Sie gehen an Muskelursprung und Muskelansatz in die kollagenen Fasern des Knochens über. Sehnen bestehen aus zugfesten kollagenen Faserbündeln und fassen die Muskelfaserbündel an ihren Enden zu einer seilähnlichen festen Struktur zusammen. Kurze Sehnen bilden den Ansatz eines Muskels, wie z.B. am großen Brustmuskel zu sehen ist. Die Sehnen der Hand- und Fußmuskulatur dagegen sind sehr schmal und lang. Flächenhafte Sehnen kommen an schrägen Bauchmuskeln vor.

 

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal der Sehnen liegt darin, dass es Druck- und Zugsehnen gibt. Drucksehnen ändern ihre Verlaufsrichtung, indem sie um einen Knochen herum ziehen, und werden auf der dem Knochen zugewandten Seite auf Druck beansprucht.

 

Beispielhaft dafür ist die Ansatzsehne des langen Wadenmuskels. Er zieht seitlich um das Würfelbein herum und setzt dann an der Unterseite des Fußes an. Zugsehnen verlaufen in Hauptrichtung zum Muskel und werden nur auf Zug beansprucht.

 

Muskelfaszien sind bindegewebige Hüllen, die einzelne Muskeln oder Muskelgruppen umhüllen. So wird erst das reibungslose aneinandergleiten mehrerer Muskeln ermöglicht.

 

Sehnenscheiden sind Gleithüllen zur Verbesserung der Gleitfähigkeit und Führung einer Sehne. Der Aufbau einer Sehnenscheide ist dem Aufbau einer Gelenkkapsel ähnlich. Die äußere Schicht besteht aus einem Bindegewebe, die innere Schicht sondert eine Art Gelenkschmiere ab und verbessert die Gleitfähigkeit.

 

Gleitbeutel haben die Aufgabe, einen direkt um einen Knochen herum gleitenden Muskel zu schützen.

 

Sesambeine findet man dort, wo die Sehnen einem besonderen Druck ausgesetzt werden. Sie werden am Umlenkpunkt einer Sehne eingelagert. Dort bilden sie mit dem darunter befindlichen Knochen ein synoviales Gelenk zur Reibungsminderung. Der größte Sesamknochen ist die Kniescheibe (Patella).

 

Sesamknorpel dienen zur Überknorpelung einer Sehne ohne Knocheneinlagerungen.

 

Zwischen den einzelnen Muskeln befinden sich Fettkörper. Sie verbessern ebenfalls die Gleitfähigkeit.

 

 

 

Kopfmuskulatur 

Die Muskeln des Kopfes dienen im Wesentlichen der Mimik und dem Kauen. Man unterscheidet deshalb die Kaumuskulatur und die mimische Muskulatur.

 

Kaumuskulatur

Die Kaumuskeln im engeren Sinne werden vom motorischen Anteil des Trigeminusnerven versorgt. Zu den Kaumuskeln gehören der Wangenmuskel bzw. Kaumuskel, der seinen Ursprung am Jochbein hat und am Unterkieferwinkel ansetzt; der mächtige Schläfenmuskel, der fächerförmig an der Seitenwand des Schädels sitzt und für das Schließen des Kiefergelenks sorgt. Letzterer bringt etwa 50% der Kaukraft auf. Wangenmuskel und Schläfenmuskel erzeugen den Kaudruck und sind für die Beißbewegungen zuständig. Auch der innere und äußere Flügelmuskel gehören zu den Kaumuskeln. Sie ermöglichen unter anderem auch Drehbewegungen und Mahlbewegungen des Kiefers. Der äußere Flügelmuskel zieht den Unterkiefer nach vorn und steuert damit die Bewegung der Kieferöffnung. Dabei wird er von der oberen Zungenbeinmuskulatur unterstützt.

 

Mimische Muskulatur

Gesichtsmuskeln liegen dicht unter der Haut, d.h. sie setzen sich überwiegend aus dünnen Muskelfaserplatten zusammen. Diese befinden sich direkt unter dem Unterhautfettgewebe. Im Gegensatz zu Skelettmuskeln spannen sie sich unmittelbar zwischen Haut und Knochen aus, haben also keine Bindegewebshülle.

 

Durch ihr Zusammenziehen wird die Haut verschoben und es bilden sich Falten. Sie bewegen also keine Knochen. Sie öffnen und schließen den Mund und die Lidspalte. Durch sie bewegen sich die Nasenflügel, die Kopfhaut und geringfügig die Ohren.

 

Die Gesichtsmuskulatur wird auch als mimische Muskulatur bezeichnet. Sie beeinflusst das Mienenspiel, so dass sich aus dem Gesichtsausdruck auch Rückschlüsse auf die Stimmungslage machen lassen. Diese Eigenart ist bei Kindern noch ausgeprägter, der Erwachsene hat es mehr oder weniger gelernt, sich zu beherrschen.

 

Die mimischen Muskeln werden allesamt vom VII. Hirnnerven (N. facialis) versorgt.

 

Der Augenringmuskel liegt im Bogen um die Haut des Auges und Lides. Er ist für den Lidschlag zuständig, sein äußerer Teil für das”Zukneifen” des Auges. Bei Lähmung des Augenmuskels kann das Auge nicht vollständig geschlossen werden und es besteht die Gefahr der Austrocknung der Bindehaut.

 

Der Nasenrückenmuskel legt die Haut des Nasenrückens in Querfalten (”Nasenrümpfen”). Der Nasenflügelheber öffnet die Nasenflügel. Der Nasenmuskel umgreift die Nasenflügel und zieht die Weichteile der Nase nach unten. Dadurch schließen sich etwas die Nasenlöcher.

 

Der Mundringmuskel umgreift die Mundspalte. Er formt und schließt den Mund. Ist der Muskel stark kontrahiert, kann er den Mund rüsselförmig nach vorne schieben. Bei schwacher Kontraktion liegen die Lippen aufeinander.

 

Der Wangenmuskel hält beim Kauen die Speisen zwischen den Zähnen. Mit ihm ist das Blasen der Luft aus dem Mund möglich. Der Jochbeinmuskel zieht den Mundwinkel nach hinten und aufwärts. Er ist der”Lachmuskel” und für die Wangengrübchen zuständig. Der Dreieckmuskel hingegen zieht die Mundwinkel abwärts und gibt dem Gesicht den verächtlichen Ausdruck.

 

Der Kinnmuskel schiebt die Unterlippe vor. Er verursacht das Kinngrübchen. Auch Stirn- und Hinterhauptmuskel haben Anteil an der mimischen Muskulatur. Zwischen ihnen liegt die so genannte Kopfschwarte (Galea), eine sehnige Platte.

 

Halsmuskulatur 

Die Muskeln des Halses sorgen für den Halt und die Bewegung des Kopfes. Sie spannen die Haut des Halses. Damit unser Kopf nicht nach vorn fällt, sind die Rückenmuskulatur und der obere Teil des Kappenmuskels besonders kräftig ausgebildet, um dieser Schwerkraft entgegen zu wirken.

 

Der seitliche gerade Kopfmuskel , beugt den Kopf seitwärts. Der vordere gerade Kopfmuskel beugt den Kopf nach vorn. Diese beiden erstrecken sich zwischen dem vorderen Atlasbogen (1. Halswirbel) und den vorderen und seitlichen Begrenzungen des Hinterhauptlochs.

 

Der große und der kleine hintere gerade Kopfmuskel strecken den Kopf bzw. ziehen ihn nach hinten. Der große Kopfmuskel liegt zwischen dem Dornfortsatz des zweiten Halswirbels und dem Hinterhauptbein , der kleine Kopfmuskeln zwischen dorsalem Atlasbogen und Hinterhauptbein.

 

Der Kopfwender zieht sich schräg am Hals vom oberen Rand des Brustbeines und Schlüsselbeines  zum Warzenfortsatz des Schläfenbeines hin. Er kann einseitig und zweiseitig eingesetzt werden. Einseitig biegt er die Halswirbelsäule zur gleichen Seite und dreht den Kopf zur Gegenseite. Dabei hebt er das Kinn. Beidseitig hebt er das Kinn, beugt die Halswirbelsäule nach vorn, hebt und hält den Brustkorb.

 

Der zweibäuchige Muskel hebt das Zungenbein und damit den Kehlkopf nach vorn aufwärts unter den Zungengrund. Damit wird verhindert, dass Speise oder Flüssigkeit in den Kehlkopf geraten können.

 

Der Brustbeinzungenbeinmuskel führt nach jedem Schlucken Zungenbein und Kehlkopf in ihre normale Lage zurück.

 

Die drei Treppenmuskeln, die relativ kräftig sind, halten die Halswirbelsäule und neigen sie. Gleichzeitig heben sie die Rippen bei der Einatmung.

 

Muskulatur des Schultergürtels 

Die Muskulatur des Schultergürtels lässt sich in vordere, hintere und seitliche Schultermuskeln gliedern. Sie bewegen die gesamte Schulter gegen Brustkorb und Wirbelsäule.

 

Die hinteren Schultermuskeln heben und senken den Schultergürtel und drehen und führen den Arm rückwärts. Dabei ist der untere Teil des Kappenmuskels für das Halten des Schultergürtels beim Aufstützen (z.B. Abstützen am Barren) zuständig. Sein mittlerer Teil, der am kräftigsten ist, hält den Schultergürtel bei Belastung, z.B. beim Tragen. Ein weiterer hinterer Schultermuskel, der breite Rückenmuskel, dreht und führt den Arm nach hinten, z.B. beim Schürzebinden auf dem Rücken.

 

Die seitlichen Schultergürtelmuskeln sorgen u.a. für Armbewegungen. Der Sägemuskel z.B. hält den Schultergürtel bei Widerstand, wie z.B. bei Liegestützen. Er kann außerdem das Schulterblatt nach vorn ziehen. Dadurch wird das Schultergelenk nach oben gestellt, der Arm wird über die Horizontale gehoben.

 

Der Deltamuskel ist bei allen Bewegungen des Schultergelenkes beteiligt. Er sorgt für die Bewegung des Armes nach vorn und rückwärts, sein mittlerer Teil hebt den Arm seitwärts bis zur Horizontale.

 

Ein wichtiger Muskel des seitlichen Schultergürtelbereiches ist der große Brustmuskel.Er ermöglicht das Einwärtsrollen des Armes und das Kreuzen der Arme. Er bewegt den Arm nach vorn, z.B. beim Werfen, beim Schwimmen und Boxen. Zusammen mit dem breiten Rückenmuskel zieht er den Arm mit großer Kraft abwärts, z.B. beim Holzhacken.

 Ober- und Untergrätenmuskeln übernehmen zusammen mit dem kleinen Rundmuskel das Auswärtsrollen des Oberarmes, wie es beim Schreiben notwendig ist.

Rückenmuskulatur 

Zur Sicherung des aufrechten Gangs des Menschen, zur Bewegung der Wirbelsäule und zur Verbindung der Gliedmaßen hat sich eine sehr kräftige Rückenmuskulatur herausgebildet. Sie "vertäut" die Wirbelsäule symmetrisch und hält sie aufrecht. Die Gesamtanlage der Muskeln ist so eingerichtet, dass die Bewegungsteile der Wirbelsäule entlastet werden. Sind also die Rückenmuskeln kräftiger, werden auch Bandscheiben, Gelenke und Bänder weniger beansprucht. 

Die Rückenmuskeln verbinden verschiedene Wirbel miteinander und setzen an den Wirbelfortsätzen und Wirbelkörpern an. Sie reichen vom Hals bis zur Höhe des Beckens und sind in zwei großen Muskelsträngen beidseitig der Wirbelsäule zusammengefasst. Sie setzen sich aus sieben Muskeln zusammen, die an Drehbewegungen und Vor- und Rückbeugung des Rumpfes beteiligt sind. Diese Gruppe wird zusammengefasst als Rückenstrecker.

Die darüber liegende Muskulatur überlagert diese mit den Muskeln des Schultergürtels fast vollständig. Hier befinden sich der Trapezmuskel, der große und der kleine rautenförmige Muskel. Außerdem gehört der Schulterblattheber dazu sowie die Muskeln, die zu den oberen Extremitäten verbinden.

Bauchmuskulatur 

Die Bauchmuskulatur bildet in einem mehrschichtigen Mantel die Bauchhöhle. Sie entsteht durch den geraden Bauchmuskel, der durch zwei schräge und den queren Bauchmuskel unterstützt wird. Diese drei dünnen Muskelplatten der Bauchdecke sind Fortsetzungen der Zwischenrippenmuskeln. 

Sie gehen als äußerer schräger Bauchmuskel, als innerer schräger Bauchmuskel und als querer Bauchmuskel zur Mitte hin in Sehnenplatten über. 

Hier, im vorderen Bauchwandbereich, bilden sie eine Scheide, die die beiden geraden Bauchmuskeln einschließt. Diese erstrecken sich beidseitig der Mittellinien zwischen Schambeinfuge  Brustvorderwand. 

Dadurch wird die Bauchmuskulatur zu einer Einheit, die dem Druck der Eingeweide standhält. Durch gleichzeitige Kontraktion der durch die Sehnenplatten miteinander verbundenen Bauchmuskeln kann die Bauchhöhle verkleinert werden. Dieser Vorgang wird auch als Bauchpresse bezeichnet. Er hat zum Beispiel beim Stuhlgang Bedeutung.

Bauchmuskeln sind auch beteiligt an der Beugung, der Drehung und der Seitwärtsbewegung des Rumpfes. Dieses wird ermöglicht durch die Verstrebungen der Muskeln der Bauchwand einerseits und die der Sehnenplatten andererseits. Sie bilden zusammen eine funktionierende Einheit, die man auch als”Schräggurtung” bezeichnet.

Zu den tiefen Bauchmuskeln zählen der große Lendenmuskel und der quadratische Lendenmuskel . Sie bilden gemeinsam mit der Lendenwirbelsäule die hintere Bauchwand.

Den Abschluss des knochenfreien unteren Abschnitts des Beckens bilden zwei Muskelplatten. Sie tragen das Gewicht der Eingeweide. Die beiden Beckenmuskeln sind der Beckenbodenmuskel und der quere Dammmuskel.

Durch den Beckenbodenmuskel treten der Mastdarm und die Harnröhre , bei der Frau außerdem die Scheide. Durch den queren Dammmuskel tritt ebenfalls die Harnröhre und bei der Frau ebenfalls die Scheide. Bei der Geburt müssen sich diese Muskeln so weiten, dass der Kopf des Kindes durchtreten kann.

Bänder und Muskeln der unteren Extremitäten 

Die Muskulatur der unteren Extremitäten ist sehr viel kräftiger als die der oberen, denn die Beine müssen eine große Last tragen und halten.

Die meisten Oberschenkelmuskeln haben ihren Ursprung schon im Hüftgelenk und verlaufen häufig über das Kniegelenk hinaus, das einen zentralen Bestandteil für den Bewegungsablauf beim Gehen bildet. Damit ermöglichen Oberschenkelmuskeln zum einen Bewegungen im Hüftgelenk als auch im Kniegelenk.

Bei den Hüftmuskeln unterscheidet man zwischen dorsalen und ventralen Muskelgruppen. Zu den vorderen Gruppen der dorsalen Hüftmuskeln, die ihren Ansatz im Bereich des kleinen Rollhügels, einem Knochenvorsprung an der Rückseite des Oberschenkelknochens haben, gehört der große Lendenmuskel. Er verschmilzt mit dem inneren Hüftmuskel , der den Oberschenkel im Hüftgelenk beugt und nach außen dreht, aber auch den Unterkörper nach vorn beugt. 

Am großen Rollhügel und dessen Fortsetzungen setzt der birnenförmige Hüftmuskel  an, außerdem der große, der mittlere und kleine Gesäßmuskel Der größte von ihnen streckt das Hüftgelenk und bewirkt die Retroversion des Oberschenkels. Der mittlere und kleine Gesäßmuskel spreizen das Bein im Hüftgelenk ab und neigen das Becken zur Seite.

Zu den ventralen Hüftmuskeln gehören der äußere Hüftlochmuskel. Er zählt zur Gruppe der Adduktoren des Oberschenkels und dreht das Bein nach außen. Der untere und obere Zwillingsmuskel haben ihren Ansatz ebenfalls am großen Rollhügel und bewirken Drehbewegungen des Oberschenkels im Hüftgelenk. Weitere Muskeln sind u.a. der vierseitige Schenkelmuskel , der das Bein nach außen dreht, der kurze Schenkelanzieher , der gemeinsam mit anderen den Oberschenkel zur Körpermitte zieht.

Zu den vorderen Oberschenkelmuskeln gehört der größte Körpermuskel, den man als vierköpfigen Schenkelstrecker bezeichnet. Er setzt sich aus verschiedenen Muskeln zusammen und bewirkt vor allem die Streckung des Unterschenkels im Kniegelenk. Hintere Oberschenkelmuskeln sind der zweiköpfige Schenkelmuskel, der das Bein im Kniegelenk beugt. Der Plattensehnenmuskel beugt ebenfalls das Bein im Kniegelenk. Er zieht vom Sitzbeinhöcker zur Kniekehle und zum Schienbein.

Die Unterschenkelmuskulatur setzt sich aus mehreren Muskelbäuchen zusammen, die sich in Richtung Fuß verjüngen. Sie geben dem Unterschenkel seine typische Form. Alle Unterschenkelmuskeln setzen am Fußskelett an und bewegen dieses in den Sprunggelenken bzw. Zehgelenken. Einzige Ausnahme ist der Kniekehlenmuskel. Er setzt am Unterschenkel an und wird daher den Oberschenkelmuskeln zugeordnet. Der Kniekehlenmuskel wirkt an der Beugung des Unterschenkels im Kniegelenk mit. 

Die zuvor beschriebenen Muskeln werden auch als lange Fußmuskeln bezeichnet. Im Gegensatz dazu stehen die kurzen Fußmuskeln, die nur am Fuß entspringen und ansetzen. In der unktionalität, also den Bewegungsmöglichkeiten, werden Beuge- und Streckmuskeln am Unterschenkel unterschieden. Strecker ziehen den Fuß und die Zehen nach oben.Dazu gehören der vordere Schienbeinmuskel, der lange und kurze Zehenstrecker , die die zweite bis vierte Zehe strecken und die Großzehenstrecker.

Beuger ziehen den Fuß nach unten . Hier spielen der kurze Wadenbeinmuskel , der auch den Fußrand hebt, sowie der lange Wadenbeinmuskel, der den lateralen Fußrand hebt , eine Rolle. Zur Verspannung der Fußgewölbe werden die Fußmuskeln durch Sehnen unterstützt.

 

 

 

 

 

 

 

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